Freitag, 26. November 2021

Unterschlupf für Rasenmäher Co. geht in die nächste Runde

Seit unserem Einzug in unser Mehrgenerationenhaus Wohnprojekt proSUN e.V. in Aachen gibt es eine Planung einen schönen Platz für die Unterbringung von Gartengerät, Rasenmäher und Co. zu haben.

Als erster Ansatz wurde ca. 2009 mal eine Kunststoffbox für den Rasenmäher angeschafft, der seit dieser Zeit in einer Ecke der Terrasse steht und inzwischen starkt gelitten hat. Die Gartengeräte fanden ihnen Platz in einem Gemeinschaftskeller. Nachteil ist, das man sich so natürlich unnützen Schmutz ins Haus trägt, Vorteil ist aber, das die Gartenwerkzeuge trocken stehen.

Der erste Versuch im Jahre 2015 einen umschlossen Bereich in einer ungenutzten Ecke der Terrasse zu installieren, scheiterte an Vorbehalten von einigen Hausbewohnern. In diesem Jahr wurde denn noch einmal ein neuer Versuch gestartet, ein Lösung zu finden. Leider kommt der Plan jetzt zu einer Zeit, wo Materialien wie Holz und Zubehör im Preis deutlich angezogen haben.

Trotzdem wurde bei der letzten Hausversammlung eine kleine Gruppe gebildet, die sich über das Thema noch einmal Gedanken auf den Erkenntnissen der vergangenen Jahre machen sollte. Hier habe ich die alte Planung noch einmal aufgegriffen und mal ein kleines Papiermodell für den Bau einer Ständerbau-Konstruktion auf der Grundlage der alten Maße mit der Erweiterung um ca. 50 in die Terrasse hinein gebaut. Der "Bauplatz" liegt unter einem Balkon, so dass kein Dach erforderlich ist. Das "Bauwerk" soll auch nicht die komplette Höhe ausfüllen, sondern oben offen und licht sein. Es soll aber auch so hoch sein, dass große Leute ohne Bücken den Raum betreten können.

Modell eines Geräteunterstandes

Als Fassade könnte man sich eine Verschalung aus lasierten Profilbrettern oder eine Beplankung mit Trespa-Platten vorstellen. Innen soll dann Platz für das Aufhängen von Gartengeräten und das Abstellen von Gartenspielzeug entstehen. Hierfür kann dann ein Ablage gegenüber der Tür genutzt werden, da dort schon ein Absatz mit L-Steinen und eine Böschung besteht, die unter dem Balkon angeschrägt ist.

Geräteaufhängung in einem anderen Schuppen, die schon mal gebaut habe

Mal sehen, wann es zu einer Entscheidung kommt, ob man sowas bauen möchte. Ich würde mich freuen, wenn die jetzt nicht sehr schöne Ecke auf unserer Terrasse einen schöne Abgrenzung bekommt. Die Kosten sind zwar im Augenblick nur grob zu schätzen, aber ich denke für das Material sind ca. 1000,00 - 1300,00 Euro fällig. Da kommt unter Anderem auf die Art der Beplankung an, die außen drauf soll.




Freitag, 19. November 2021

Trotz Einschränkung weiter aktiv

Auch wenn die Heilung meines Unterschenkelbruchs noch immer nicht, wie gewünscht und erwartet vorgeschritten ist, bin ich weiterhin in meinem Hobby aktiv. Nicht nur für mich, sondern auch für die Annaschule habe ich in den vergangenen Wochen einig Dinge fertig gestellt.

Auf der einen Seite habe ich für eine 1. Klasse aus bereits genutzten Regalbretten, die wir irgendwoher bekommen hatten, zwei Bücherregale gebaut, die nun in einer ersten Klasse hängen.

Regale für die Klasse 1 der Annaschule

Dann folgte die Nachfrage, ob wir in der Werkstatt aktiver Senioren auch noch Bänke für den Morgenkreis herstellen könnten. Hierzu kam die Zusage, dass die Kosten für das Material selbstverständlich übernommen werden. Es wurden vorerst zwei Bänke gebaut, die noch durch andere Teile ergänzt werden sollen. 

Zwei Bänke im Rohbau

Diese Bänke wurden dann noch mit Lasur gestrichen um sie haltbar zu machen. Die fertigen Bänke habe ich in der letzten Woche an die Schule übergeben können.

In Hobby Werkstatt der AWO Aachen-Burtscheid, wo ich auch einen Teil meiner Freizeit verbringe, ist die Ergänzung der Ausstattung fortgeschritten. Nachdem im Sommer eine neue Kreissäge der Firma Holzmann durch eine Spende angeschafft werden konnte, ist nun die Erweiterung der Säge weiter gegangen. Der bei diesem Modell unglücklich an der linken Seite verbaute Einschalter wurde nach vorne verlegt und mit einem großen "AUS"-Taster versehen.

AUS-Taster mit Druckplatte nach vorne verlegt

Das vor Wochen schon hergestellte Fahrgestell wurde durch einen Schrank für die Sägeblätter und das Zubehör erweitert.

Schrank auf dem Fahrgestell für die Tischkreissäge

geöffneter Schrank für Zubehör der Tischkreissäge

Im Inneren des Schrankes wurden French-Cleat-Leisten angebracht. So können die Teile auch bequem aus dem Schank genommen, bzw. umgehängt werden. Sollte sich jemand fragen, was das Backofenspray an dieser Stelle macht, dann ist diese Frage berechtigt. Backofenspray ist ein hervorragender Reiniger für verschmutzte Sägeblätter. Gelegentlich werden die Sägeblätter damit gereinigt - Tipp aus irgendeinem YouTube-Video, das ich einmal gesehen habe. Seit dem ich die Sägeblätter selber schleife nutze ich dieses Spray zur Entfernung von Verunreinigungen auf den Sägeblätter, die sich immer wieder beim Sägen von Leimholz, Multiplex oder ähnlichem bilden.

Bei dem Fahrgestell wurde auch noch eine Schublade unter der Säge vorgesehen und inzwischen eingebaut. Was kaum einer, der die Maschine in seinen Videos beschreibt erwähnt, ist die Tatsache, dass diese Kreissäge eine kleine "Dreckschleuder" ist. Es mag an unserer Absaugung liegen, aber es fliegt soviel Sägemehl nach unten, was nicht abgesaugt wird, dass sich die Schublade regelmäßig füllt. Auch aus dem Schlitz, der für die Neigung des Sägeblattes notwendig ist, fliegt eine enorme Menge Sägemehl. Hier werde ich in den nächsten Wochen einen Versuch mit einer Bürsten-Dichtung machen, um dem Herr zu werden, da die Sägespäne vor der Maschine eine Rutschgefahr darstellen. da die Werkstatt leider einen Fliesenboden hat. An der rechten Seite gibt es inzwischen einen Ablageort für den kleinen Sägeschlitten. Mal sehen, wann ich dazukomme dort auch noch eine Oberfräse einzubauen. 

Also ihr seht, trotz meines edierten Beins bin ich aktiv und die Anregungen aus dem Netz gehen nicht aus.


Montag, 4. Oktober 2021

Mal schnell neue Mitbringsel gebaut

Nachdem ich heute Morgen in der Seniorenwerkstatt der AWO den Schiebeschlitten an unserer neuen Holzmann-Kreissäge fertiggestellt hatte, musste ich auch noch was Produktives machen. Da ich zurzeit dank meines Unfalls keine kleinen Mitbringsel mehr gebaute hatte und unser Vorrat aufgebraucht war, lag ja nichts näher als etwas kleines, nützliches zum Verschenken herzustellen. 

Am Sonntag stand ich vor dem neu geölten Esstisch und suchte einen Untersetzer für die Pfanne mit Rührei. Wir haben zwar einen Untersetzer, der aber im Augenblick nicht greifbar war. Hier wurde der Gedanke geboren, sowas doch mal herzustellen. Vor einiger Zeit hatte ich eine schöne Art eines solch  nützliches Utensils gesehen, dass sich leicht auch Restholz herstellen lassen müsste. Hier das Ergebnis:

Ein paar Topfuntersetzer

Vom Bau des Regals vor ein paar Wochen hatte ich noch ein paar Streifen Eichenholz über. Diese Reste wurden in gleich breite Streifen geschnitten und in der Mitte mit einer Nut versehen. Die beiden Hölzer ineinandergesteckt ergeben den Topf/Pfannenuntersetzer. Auf der Unterseite wurde ein kleines Quadrat aus Filz angeklebt. In der Mitte kommt noch ein kleines Magnet, so dass die beiden Teile auch noch zusammenhalten, wenn das sehr trockene Holz doch noch etwas schwinden, sprich dünner werden sollte.
Topfuntersetzer mit Logo auf der Unterseite

Zum Schluss habe ich die Teile noch mit Oel eingerieben, damit sich nicht fleckig werden. Ich konnte nicht drum herum mit dem Laser noch mein Logo auf der Unterseite einzubrennen. Wie immer bei meinen kleinen Holzteile ist das erste Stück für den Eigengebrauch. Mal sehen, wenn die Pfanne mit dem Rührei draufsteht - ich denke es wird nicht lange auf sich warten lassen.


Samstag, 2. Oktober 2021

Euskirchen in Hochwasser - wer hat es gewusst?

Als ich im Sommer dieses Jahres den Entschluss gefasst habe, am Tag 50 Jahre nach meiner Einstellung bei der Polizei NRW am 01. Oktober 1971 nach Euskirchen zu fahren, konnte ich nicht ahnen, was ich gestern gesehen habe. 

Das Hochwasser vom 14. Juli 2021 im Kreis Bergheim, im Kreis Euskirchen und im Ahrtal ist allen durch die Medien immer wieder nahe gebracht worden. Die Ortsnamen Erftstadt-Blessem, Bad Münstereifel und die gesamten Ort im Ahrtal haben wir immer wieder gehört.

Gestern musste ich feststellen, dass wohl die Öffentlichkeitsarbeit des Kreises und der Stadt Euskirchen uns die Not der Menschen in der beschaulichen Kreisstadt Euskirchen selber nicht nahe gebracht wurde. Ich sehe es eher als ein Alleinlassen der der Euskirchener Bürger und Geschäftsleute an.

Aus Richtung Norden kommend, haben wir gestern im Innenstadtbereich einen Parkplatz gesucht. Auf dem Kirchplatz sind wir fündig geworden, da waren noch zwei Plätze frei. Nachdem wir unsere Auto abgestellt hatten konnten wir noch eine Braut auf dem Weg zu Kirche unsere Glückwünsche mit auf den weiteren Lebensweg geben - die hatten den anderen Parkplatz besetzt.

Auf dem Weg über die Hochstraße Richtung Innenstadt fiel uns zum ersten Mal auf, dass die Straßen und Bürgersteige sehr sauber und doch schmutzig wirkten. Der Widerspruch in sich wurde von der ein oder anderen Schmutzkante im Verlauf der Hochstrße an Hauswänden und Schaufenster und durch leer stehende, ausgeräumt und ohne Boden erscheinende Geschäft aufgedeckt. Wir kamen zu dem Schluss, hier muss auch Wasser bis zu diesen Marken gestanden haben. 

Wir hatten zwar zwei Tag zuvor in der Lokalzeit Aachen von einem Brillengeschäft in Euskirchen gehört, das unter Wasser gestanden hatte, uns war aber nicht bewusst, das dies in der Euskirchener Innenstadt gestanden hat. Als wir den Bereich der Innenstadt - Berliner Straße - erreichten, wo das ehemalige Krankenhaus und in den 1970'er Jahren der Grundlehrgang von Hunderten jungen Polizeibeamten stattgefunden hatte, machte auch der Eintrag den ich am Vortag auf der C+A Internetseite gesehen hatte einen Sinn: Vorübergehende geschlossen. Der gesamte Bereich muss unter Wasser gestanden haben. 

Bei unserem weiterer Gang durch die Innenstadt, in dem nur wenige Geschäfte offen waren, war ein Bild des Schrecken. Die Geschäfte waren alle leer, Böden und Teile der Wände waren in manchen Geschäften bis zu zwei Meter vom Putz befreit, überall standen Container mit Bauschutt, man hörte die Geräusche von Trocknungsgeräten und Heizungen aus den Häusern. Es war für uns, die nicht betroffen waren, schon ein schrecklicher Anblick, wie möge es den Leute vor Ort gehen, die dieses Jahrhundert-Ereignis hautnah mit erlebt haben und nun vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens stehen.

Bei unserem weiteren "Spaziergang" kamen wir dann in der Wilhelmstraße vor dem ProtoBello - ja der Name stand nach 50 Jahren immer noch so an der Fassade der Discothek - mit zwei Euskirchener ins Gespräch. Der eine berichtet, von der Nacht, in dem das Wasser so schnell in der Wilhelmstraße gestiegen ist, dass er seine Haus gegenüber dem PortoBello von dem daneben liegenden Parkplatz nicht mehr erreichen konnte. Die Flut hat ihn einfach mitgerissen. Auslöser war neben dem Starkregen nach seinen Aussagen wohl auch ein Öffnen eines Rückhaltebeckens, das diese Flut in der Euskirchener Innenstadt ausgelöst hat. Es seinen Auto, Container und vieles andere einfach über die Straße geschwommen, und dass mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit. Er berichtete auch über eine große Solidarität der Euskirchener untereinander, von offizieller Seite, war er eher enttäuscht.

Der zweite Gesprächspartner war der Bistro-Betreiber Jarallah Anis vom Alten Markt. Er hatte wohl wegen der Lage am nördlichen Rand des Alten Markt's Glück im Unglück und kann sein LeJournal wieder betreiben. Hier haben wir auf unseren Rundgang dann auch noch gesessen und die Eindrücke bei einem leckeren Kaffee auf uns wirken lassen. 

Was man aber sagen muss, es war überall eine Aufbruchstimmung zu spüren. Die verschiedensten Gewerke waren bei der Arbeit. Einzelne Geschäfte waren auch bereits wieder im neuen Glanz erstrahlt, bei anderen hatte man eine zwischenzeitliche Lösung gefunden. Ich bewundere die Geschäftsinhaber, die nach der langen Durststrecke der Pandemie jetzt auch noch diese Schicksal hinnehmen mussten und die Ärmel hochkrempeln - sie haben unsere Hochachtung. 

Ich habe bewusst auf eigene Bilder in diesem Bereicht verzichtet, da ich das Leid nicht auch noch fotografieren wollte. Ich wünsche allen von der Hochwasserkatastrophe betroffenen alle Kraft, die notwendig ist und hoffentlich kommt die von der öffentlichen Hand versprochenen Unterstützungen auch bei den Betroffenen an.


 

Donnerstag, 9. September 2021

Vor 50 Jahren - Einzug in die Polizeischule Außenstelle Euskirchen

Vielleicht wird man im Alter etwas Nachdenklich und erinnert sich gerne an Vergangenes, bzw. an Lebensabschnitte, die einen geprägt haben. Im letzten Jahr sollte es ein Treffen des Einschuljahrgangs 1960 der Volksschule Rott geben. Auf Grund der aktuelle Situation mussten wir dieses Treffen der inzwischen 67 oder 68 Jahren alten Miteingeschulten auf dieses Jahr verschieben. 

Einschulung Volksschule Rott - April 1960 - Rudi rechts im Bild
Foto: Frau Neumann
 Dieses Treffen soll dann Ende September in Rott statt finden. Von den ehemals acht Eingeschulten (4 Mädchen - 4 Jungs) haben sechs ihre Zusage gegeben. Einer konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden, weil die Familie schon währende unserer Schulzeit dem schönen Eifelort den Rücken gekehrt haben und keine Kontakt mehr besteht. Um so mehr freue ich mich die anderen wieder zu sehen. Zum Glück wurden im letzten Jahr mal Bilder ausgetauscht und die Gruppe ist ist überschaubar, so dass man beim Treffen nicht ganz im Trüben nach Namen fischen muss. Ich hoffe, wir sehen unsere ehemalige "Junglehrerin" - so hießen die neuen Lehrerinnen früher - auch wieder. Für das letzte Jahr hatte sie die Teilnahme zugesagt.

Aber jetzt zu dem eigentlichen Thema. Bei der Überlegung, was so alles in den letzten Jahrzehnten passiert ist, kam beim "Nachrechnen" auch heraus, dass ich meinen ersten Diensttag bei der Polizei NRW am 01. Oktober 1971 hatte, also vor fasst 50 Jahren. 

Damals wurden sehr viele junge Männer bei der Polizei NRW eingestellt. Wenn ich mich recht erinnere waren es in diesem Jahr fast 2000 Jungs. Es gab damals vier Bereitschaftspolizei-Abteilungen. Darüber hinaus hatte das Land bei allen Bereitschaftspolizei-Abteilungen sogenannte Außenstellen eingerichtet. Zu einen diese Außenstellen wurde ich "eingezogen". Ich wusste, das es Ausbildungsstandorte in Linnich, Wuppertal, Bochum und Selm gab. Auch hatte ich gelesen, dass es noch Ausbildungsstellen in Münster und Stukenbrock geben soll. Als mir dann aber eine Einberufung zur BPA IV Linnich - Außenstelle Euskirchen - ins Haus flatterte, war ich doch überrascht. Euskirchen war von meinen damaligen Wohnort Roetgen mit öffentlichen Verkehrsmittel nur auf Umwegen zu erreichen. So fuhren meine Eltern mich mit dem kurz vorher erstandenen ersten eigenem Auto - eine Citroen Diane - am ersten Tag, einem Freitag über Gemünd und Kommern nach Euskirchen zur mitgeteilten Adresse. 

im Bild recht, das ehemalige Marien-Hospital, mein neues Zuhause auf Zeit
Bildquelle: https://www.rundschau-online.de/region/kreis-euskirchen/--5432676?cb=1631182292569

Diese lag Mitten in der Innenstadt von Euskirchen und stellte sich als ehemaliges Krankenhaus heraus. Mit ca. 300 anderen jungen Männer im Alter von 16 - ca. 25 Jahren hatten wir hier den ersten Kontakt mit der Polizeiausbildung. Auch wenn das Bild noch vor 1945 entstanden ist. So habe ich den Bau in Erinnerung. Mein neues Zuhause sollte die 3. Lehrgruppe und die Klasse F sein. Diese Klasse war in einer Baracke im hinteren Bereich des Geländes untergebracht. Unsere Klassennachbarn war ein Altenheim und im ehemaligen "Leichenraum" hatte man einen Raum für die Selbstverteiligungsausbildung hergerichtet. Im Kellergeschoß wurde die Verpflegung ausgegeben, die man an langen Tischreihen unter Zeitdruck einnehmen musste, da die anderen zwei Lehrgruppen dann auch essen wollte und die Räumlichkeiten hierfür gar nicht geeignet schein. Die Reihenfolge wurde wöchentlich geändert.

Die Lage in der Innenstadt hatte Vor- und Nachteile: Zum Sport und zu anderer Außenausbildung mussten wir ins Umland gefahren werden oder laufen. Abends hatte man es leicht, Abwechslung vom Lernen zu finden. Es gab ein Kino und die Disco PortoBello. Es gab Lokale, die für günstiges Geld auch unsere Verpflegung manchmal aufgebessert haben. Freitagsnachmittags stand dann mein Vater vor der Tür und hat mich wieder fürs Wochenende nach Hause geholt. Manchmal fuhr dann auch ein Kollege aus Schleiden mit. In der Woche teilte ich mir ein Zimmer im 3. Stock des Anbaus mit zwei anderen Kollegen. Rauchen im Zimmer war damals kein Thema, auch wenn einer Nichtraucher war.

Stubenbelegung 1971 - 1972 - Rudi oben rechts

Im Laufe des Jahres habe ich mir dann mein ersten eigenes Fahrzeug gekauft, ein Goggomobile Coupe. Es war zum schreien, wenn sich 190 cm Körperlänge aus einem Kleinstwagen zwängten. Wenn ich freitags losfahren wollte, war meistens die Batterie leer, so dass die Kollegen mich anschieben mussten. Leider habe ich von den Aktionen damals keine Fotos mehr, so dass ich im Internet auf die Suche gegangen bin um überhaupt noch ein Goggomobil 250 ccm als Coupe zu finden. Die Pedale waren kurz vor den Lampen. Der Bereich über der Haube war der Fußraum und der kleine Motor war hinten. 

Es war ein Jahr, das man bestimmt hätte besser nutzen können, denn die Noten dienten als Grundlage für die weiterer Ausbildung. Die Fachlehrer und Ausbilder waren fordernd bis "schräg", mancher auch unmöglich. Meinem Klassenlehrer Werner Schottmüller bin ich auf meinem später Lebensweg immer wieder begegnet. In den Anfängen meiner Linnicher Zeit habe ich sogar mal eine Fahrgemeinschaft mit ihm gehabt. Vor einige Zeit habe ich diesen liebenswerten Menschen dann auch mal in Aachen getroffen. Ich hoffe ihm geht es gut.

Bei der Reflektion des Datums - 01. Oktober 1971 - kam mir der Gedanke am 01. Oktober 2021 noch einmal nach Euskirchen zu fahren. Vor vielen Jahren, nachdem die Polizei das ehemalige Krankenhaus  noch zwei weiter Jahre als Polizeischule genutzt hatte und die Bereitschaftspolizei Abt. V in Brühl entstanden war, ist das alte Gemäuer einem Einkaufszentrum gewichen. Ob das noch Bestand hat, werden wir dann sehen.


Mittwoch, 8. September 2021

Umgestaltung Wohnraum - 2. Teil

In der Zeit meines Krankenhausaufenthalts vor einigen Wochen, entflammte wohl bei meiner Frau der Gedanke, im Wohnraum Veränderungen vorzunehmen. Als ich nach Hause kam, standen unsere beiden Sitzmöbel auf jeden Fall anders als zu dem Zeitpunkt, als ich sie vor meinem Unfall das letzte mal in Erinnerung hatten.

So sah es auch im Juni 2021 aus

Auch wenn wir (eigentlich nur Bea) schon länger über eine Veränderung nachgedacht hatten, fand ich nach meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus einer neuen Situation in unserem Wohnraum vor. Auch wenn mein Nähschrank - Rechts im Bild - noch an dieser Stelle stand, standen die Sitzmöbel jetzt anders. Bea war wohl auf meine Reaktion gespannt, da ich lieb gewonnenes nicht gerne ändere. Aber diese neue Anordnung gefiel mir auf Anhieb. Warum wir diese nicht schon lange so hatten, kann ich jetzt nicht mehr nachvollziehen. 

Nur unsere immer schon problematische Ecke brauchte noch eine neue Idee. Früher standen dort ja mal drei Birkenstämme in denen eine Ablage für die kleine Panasonic-Musikanlage war.

Wohnraumecke mit Birken - Dez. 2015

Jetzt musste eine neue Idee ran, denn so konnte diese Ecke zwischen Fenster, Wand zur Nachbarwohnung und Sitzmöbel nicht bleiben.
Wohnraum - Sep. 2021

Alles hat seinen neuen Platz gefunden. Der Rietveld-Stuhl, die Sitzmöbel und auch die Ecke stahlen im neuen Glanz. Es waren nur wenige Elemente notwendig um den Raum völlig neu zu gestalten und einen neuen Charakter zu geben. Jetzt kann man von beiden Sitzmöbeln ins Grün des Kronenbergs schauen, die Musikanlage hat Platz und es ist auch noch etwas Stauraum für "saisonalen" Dingen entstanden. 

Das Schmuckstück ist aber die Konsole aus Eichenholz, die jetzt die Musikanlage beherbergt. 

Neue Konsole noch ohne Deko

Ein paar Tage später - mit Deko und Messing-Hutmuttern


Jetzt ist erst einmal "fast" alles gemacht in unserer Wohnung. Zu allem Überfluss hat sich dann auch noch unsere TV verabschiedet, was dann auch noch ausgetauscht werden sollte. Also, ich bin auf einem guten Weg. Nach einigen Wochen "Schonzeit" tritt so langsam der Alltag wieder ein. Mal sehen, ob ich nach dem Kontrolltermin in der nächsten Woche endlich wieder normal laufen darf.

Update: Januar 2023

Nachdem unsere kleine Panasonic-Verstärkeranlage in dem Eichenregal etwas lauter wurde, habe ich überlegt, hier vielleicht etwas anderes rein zu setzten. Ja der Fehler trat vor ein paar Jahren schon einmal auf, da habe ich den Lüfter im Gerät getauscht, was ich demnächst vor hatte. 

Ich liebäugele ja schon seit mehr als 50 Jahren mit einem Revox-Verstärker, aber die Preise sind heute immer noch weit weg, von dem was wir  für das Radiohören brauchen. Aber auch die Größe und Leistung solcher Vollverstärker sind für unser Regal nicht geeignet. Eigentlich brauchen wir die Möglichkeiten, die Verstärker mit ihren vielen Eingängen bieten, gar nicht. Uns reicht ein Audioeingang, da wir im Normalfall nur die Wiedergabe über Bluetooth aus einem Streamingdienst genutzt wird. 

Beim stöbern im Internet habe ich dann einen schönen, hochwertigen Verstärker des Nobelherstellers TEAC gefunden, es war der AV-H500D, der zu seiner Zeit mit über 600 Euro gehandelt wurde. Das Gerät sah auf der Internetseite des privaten Anbieters, der 100% positive Bewertungen hatte, sehr gut aus. Nach kurzer Überlegung und dem Vergleich der Maße habe ich dann das Gerät bestellt. 


TEAC AV-H500D an seinen neuen Ort

Es passt, als wäre das Regal dafür gemacht. Der Klang an den vorhandenen Lautsprechern ist nicht mit dem ursprünglichen Panasonic zu vergleichen. Er ist wesentlich besser. Mal sehen, ob ich dem Verstärker dann auch noch mal andere Lautsprecher gönne oder ob ich es so beibehalte und nur den Panasonic nach dem Austausch des Lüfters ohne Lautsprecher verkaufe????

Ich freue mich, dass ich das Gerät zu einem annehmbaren Preis gefunden habe.


Samstag, 28. August 2021

Rietveld-Nachbau neu gewachst

Nachdem unser Nachbau des rot-blauen Rietveld-Stuhls einen neuen Standort hatte, war klar, dass die Oberfläche über die Jahre etwas gelitten hatte. Auf der Suche nach Möbelpolitur in schwarz fand ich die DELARA Intensive Möbelpflege in schwarz. Das sollte genau das richtige für unseren Stuhl sein. 

Nachziehen der Schrauben und Wachsen mit Möbelpflege - Foto: BP 2021

Nach der Bestellung und dem Eintreffen musste natürlich sofort ein Test gemacht werden. Da ich nach meinem Beinbruch noch nicht sehr viel machen kann, war es mal wieder eine schöne Abwechslung an etwas aus Holz zu "arbeiten". Für die schwarzen Hölzer war das genau richtige. 

Die etwas angeschlagenen Stellen, in der schon das Buchenholz rauskam, wurden vorher mit einem schwarzen Filzstift nachgeschwärzt und dann mit dem Möbelpflege behandelt. Diese Möbelpflege auf Basis von Bienenwachs und Kokosöl ist sehr hart und lässt sich hervorragend verarbeiten. Der Stuhl hat jetzt wieder einen neuen Glanz.

In der Zwischenzeit habe ich auch eine Buch über das Schaffen des Gerrit Thomas Thomas Rietveld erstanden. Es ist zwar ein neueres Buch aus dem Jahre 2001, in dem viele Rietveld-Möbel mit Plänen zum selber machen aufgeführt sind. Hier wird aufgezeigt mit welch unterschiedlichen Gegenständen sich Gerrit Thomas Rietveld beschäftigt hat.

Auftragen der Möbelpflege - Foto: BP 2021

Nach der Behandlung kam der Stuhl wieder an seinen neuen Platz. Nach dem ich meine letzten Eintrag mit dem Stuhl in dem Blog eingestellt hatte, kam die ein oder andere Reaktion von Personen, die wohl doch gelegentlich in meinen Blog rein schauen. Dies hat mich sehr gefreut. Eine Bekannte aus München erwähnte, dass ihr Freund in den 1980er Jahren auch diese Stuhl nach gebaut habe, mit dem Freund war dann auch der geschenkte Stuhl ausgezogen - Schicksal lässt grüßen.

Der Blau-Rote-Stuhl im neuen Glanz dank DELARA Möbelpflege - Foto: RP 2021