... ich war mal wieder in Berlin.
Es war eine politisch organisierte Kurzreise in die Bundeshauptstadt als Gast des Aachener B90/Die Grünen Abgeordneten MdB Lukas Benner - der wie sich in Berlin herausstellte - im gleichen Ort aufgewachsen ist, wie ich vor über 60 Jahren. Es handelt sich um den Ortsteil Rott der Gemeinde Roetgen in der Voreifel.
Die Kurzreise dauerte von Montag bis Donnerstag in dieser Woche. Am Montag traf sich eine Gruppe von 50 Personen aus zweierlei Bereichen. Einmal waren es Mitglieder und Angehörige der Theatergruppe im Aachener Süden aus Brand und zum Anderen waren es ehrenamtlich tätige Personen, die über die Koordinatorin für das Ehrenamt in der Städteregion Aachen, Beate Forth von der Caritas ihre Einladung bekommen hatten.
Am Anreisetag gab es im neben den Hotel "Gardner" gelegentliche Lokal "Neffes" ein Abendessen. Danach habe ich dann eine Spaziergang zum Potsdamer Platz gemacht.
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| Das Dach in einem Gebäude am Potsdamer Platz |
Am Dienstag ging dann das Besuchsprogramm los. Wir besuchten mit einer Stadtführerin das Regierungsviertel und das Brandenburger Tor. Danach ging es zum Mittagessen in das "Foreign Affairs" in die Nähe des auswärtigen Amtes. Im Auswärtigen Amt gab es dann danach eine Informationsveranstaltung durch einen Referenten über die Arbeit des Auswärtigen Amtes und seiner Unterorganisationen. Hier wurde wir u.a. darüber informiert, dass die Mitarbeiter das Auswärtigen Amtes alle 3 bis 4 Jahren an einen anderen Standort versetzt werden, dabei aber auch andere Tätigkeiten übernehmen müssen.
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| Blick von vor dem Auswärtigen Amt auf den Neubau des Berliner Schlosses, im Hintergrund der Dom links und der Fernsehturm "Alex" rechts |
Anschließend ging es dann zum Judaicum an der Jüdischen Synagoge in der Oranienburger Straße. Nach ca. 2 Stunden dort endet dieser erste Besuchstag mit der Gelegenheit, Berlin allein zu entdecken.
Da Bea und ich vor ein Jahren schon einmal in der Gegend bei dem sehr großen Indischen Restaurant AMRIT hervorragende gegessen hatten, führte mich mein Stadtspaziergang dort hin um mein Abendessen einzunehmen - Stadtspaziergänge machen durstig und hungrig.
Nach eine alkoholfreien Weißbier und Palak Goscht - einem Lammfleischgericht mit schmackhaften Soße aus Spinat, Ingwer und vielen anderen indischen Gewürzen - habe ich mich dann wieder auf den Rückweg zum Hotel gemacht, den ich zum Teil mit der S-Bahn bzw. zu Fuß zurück gelegt habe.
Am Mittwochmorgen ging es schon früh um 08.15 Uhr mit dem Bus zur Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Dort gab es erst ein Filmvortrag und danach eine Führung durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die ja bekanntlich ihr Ende im Jahre 1989 hate.
Für einige Teilnehmerinnen war die Führung und das bedrückende Gefühl in diesen, zum Teil im Keller liegenden Haft-Räumen einfach zu viel und sie haben die Gruppe verlassen. Auch wenn ich früher schon das ein oder andere mal zu Besuch in einer westdeutschen Haftanstalten war, war das hier noch einmal eine andere "Nummer", zumal inzwischen gekannt ist, wie dieser Staat mit seinen "unliebsamen" Bürgern umgegangen ist.
Am Mittwochmittag gab es noch etwas Zeit, sich im Bereich der Hackeschen Höfe umzuschauen, bevor es in das Reichstagsgebäude zum einer Informationsveranstaltung im Plenarsaal der Bundesrepublik Deutschland ging. Hier gab es eine Information über das Gebäude, seine Geschichte, seinen Umbau und natürlich über das Parlament selber.
Im Anschluss haben den Bundestagsabgeordneten Lukas Benner, der die Region Aachen für das B90/Die Grünen in der zweiten Legislaturperiode im Bundestag vertritt, in einem Besucherraum getroffen. Der erst 30jährige Jurist zeigte uns einmal eine Sitzungswoche in Berlin auf, die von den Abgeordneten ein Arbeitspensum von ca. 60 - 80 Stunden pro Woche mit sich bringt. Ist keine Sitzungswoche, hat natürlich die Arbeit vor Ort im Wahlkreis Vorrang. Abgeordnete müssen innerhalb von 72 Stunden wieder in Berlin sein, wenn sie informiert werden, dass es eine außerordentliche Sitzung gibt. Das Gesamtpaket hat die meisten der Besucher sehr erstaunt und die Arbeit der Abgeordneten in ein anderes Licht gestellt. Ich hatte den Eindruck, dass Lukas Benner aber für seine Arbeit für uns Bürger "brennt". Auch war uns alle neu, dass es Gehaltseinbußen gibt, wenn man z.B. eine namentliche Abstimmung verpasst.
Den Abschluss des zweiten Besuchertages in Berlin war dann ein gemeinsames Essen im mama trattoria am Brandenburger Tor geplant. Zu unserer Freude hat der MdB Lukas Benner sich Zeit freigeschauffelt um uns dorthin begleitet. Die mitgereisten jungen Schauspieler und andere haben ihn dann noch weiter mit Fragen eingedeckt, die er aber alle in seiner gelassenen und witzigen Art beantwortet hat, so habe ich zumindest aus der Distanz den Eindruck gewonnen.
Am Donnerstag ging die Reise mit der Bundesbahn wieder nach Aachen zurück. Es gab zwar bei beiden Fahrten leichte Verspätungen, aber in Köln hatten wir auf der Rückfahrt Glück, denn obwohl unser ICE aus Frankfurt in Richtung Brüssel, mit dem wir dann Aachen wieder erreichen sollten, ausgefallen ist, sind wir mit dem Regionalexpress RE 1, der in Köln verspätet ankam, fast pünktlich angekommen.
Es war eine tolle Reise mit vielen neuen Eindrücken. Auch wenn ich schon das ein oder andere Mal in Berlin war, das war eine besondere Reise.
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| Unsere Wege (Bustransfer) in Berlin |



















