Donnerstag, 23. März 2017

Erste Maschine aus Multiplex im Rohbau fertig


Als ich vor ca. einem Jahr auf der Internetseite bzw. bei Youtube die Bandschleifmaschine von Michael Wandel gesehen habe, war der Wunsch geboren, so was muss ich auch haben, bzw. bauen.


Original-Bandschleifer von Michael Wandel aus Kanada


Quelle: Michael Wandel - http://woodgears.ca/strip_sander/

Michael, der wohl in Kanada wohnt, macht wunderbaren Werkstattausstattung aus Multiplex.
So auch diesen Bandschleifer.
Er stellt die Baupläne auf seiner Seite zum Download - gegen eine geringe Gebühr - ins Netz.


Dieser Bauplan war der erste, den ich mir dann gekauft habe. Es fing die Suche nach den Komponenten an. Die Lager waren schnell gefunden, diese sind auch in den Inliner-Rädern, ein altes Skateboard lieferte ich benötigen Räder zum Umlenken des 42" Schleifbandes. Die Achsen stammen aus einem alten Canon-Tintenstrahldrucker, den ich über ein Kleinanzeigenportal geschenkt bekam. Der benötigte Motor war ein Lagerbestand - neu und unbenutzt - den ich für ca. 15,00 Euro ersteigert habe. Das Gehäuse entstand Multiplexplatten aus dem Baumarkt - Restekiste - und ein paar Schrauben und Muttern. Darüber hinaus wurden noch ein paar Teile aus vorhandenem Vollholz erstellt. Die Grundplatte ist aus einem Teil eines früheren Regals, welches in unserer früheren Wohnung stand.

Die Beschaffung dieser Teile zog sich etwas hin, aber gut Ding will Weile haben. In den letzten Wochen habe ich dann die Teile zu einem, zwar noch im Rohbau befindlichen, aber funktionstüchtigen Bandschleifmaschine zusammen gebaut.
Die Bandschleifmaschine im Rohbau



In der nächsten Tagen wird die Maschine noch mal in alle Einzelteile zerlegt und dann beginnt die Oberflächenbearbeitung. Bei der Staubabsaugung muss auch noch eine Veränderung gegenüber der Originalzeichnung vorgenommen werden, da ich hier einen normalen Werkstatt-Staubsauger einsetzten will. Jetzt ist noch ein Provisorium mit einer Dosenhälfte zu sehen. Es muss auch der Stromanschluss bzw. der Einschalter einen Platz finden. Zurzeit arbeite ich noch mit einem festen Kabel, dass an einer Steckdosen/Einschalter-Kombination angeschlossen ist. Werde den Einschalter wohl an der rechten Seite unter der schwenkbaren Schleifplatte positionieren.

Wenn ich mal diese Schritte weiter bin, folgen weiter Bilder. 

Es hat einen riesen Spass gemacht, ich glaube es werden noch andere Werkstatthelferlein entstehen.


Update nach der ersten Oberflächenbehandlung Ende März 2017

Schleifmaschine nach der ersten Oberflächenbehandlung

Update nach drei Jahren Nutzung:
Waren erst die Kollegen in der Werkstatt aktiver Senioren - Aachen, wo der Bandschleifer steht, etwas skeptisch, ob so was selbstgebautes dann über haupt funktioniert, so sehe ich bei jedem unserer Treffen einen oder mehrere die diese Maschine schätzen gelernt haben. Sie wird immer genutzt, was mich sehr freut. Nach dem ich das Video über den größereren "Bruder" bei Michael Wandel gesehen habe, reizt es mich auch dieses Teil mal zu bauen. Aber zuerst einmal hat und Covid-19 ausgebremst.



Donnerstag, 23. Februar 2017

Urlaub in Tirol mit Nebenwirkung

Als wir im letzten Jahr das erst Mal im Winter in Urlaub waren, hatte ich gerade mit dem Drechsln begonnen. Beim Besuch eines Kunsthandwerk-Ladens habe ich mir mit Interesse und Hochachtung die von Tiroler Drechslern gefertigten Schalen angeschaut.

Vor unserm diesjährigen Urlaub habe ich dann unseren Gastgeber per Mail gefragt, ob er einen Drechsler im Umfeld kennt, dem ich vielleicht mal über die Schulter schauen könnte. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

Stefan's Vetter drechselt und würde mir gerne seine Werkstatt zeigen.

Bereits am Dienstag unserer Urlaubswoche sollte es soweit sein. Nach den ersten beiden Tagen bei traumhaftem Winterwetter, die wir mit je einer Wanderung aufgefüllt hatten, fieberte ich dem Dienstagnachmittag entgegen.

Winterlich verschneite Berge bei Obstein/Tirol

Klaus, empfing uns mit einer Herzlichkeit, die seines Gleichen sucht. Nach kurzer Vorrede ging es sofort ins Gartengeschoß seines Hauses,  das hoch am Berg über der kleine Stadt am Inn liegt.

In diesem Gartengeschoß stand alles was das Herz eines HANDWERKER bewegt. Ein separater Raum, der nur zum Drechseln eingerichtet, daneben in einer großen Garage die Vollausstattung an Holzbearbeitungsmaschinen wie Kreis- und Bandsäge, Hobelbank, Standbohrmachine, Schleifmaschine und was man sonst so alles noch braucht.

Bisher war ich davon ausgegangen, dass Klaus mir kurz etwas zeigt, aber das hatte er anders geplant. Klaus hatte ein Stück Buchenholz vorbereitet. Dies drückte er mir in dir Hand und meint, das ist für dich, jetzt kannst du an meiner Drechelsbank deine erste Schalen drehen, ich mach dir den Anfang und zeigt dir worauf es ankommt.

Nicht mal 90 Minuten später hielt ich meine erst fast alleine gedrechselte Schalen in der Hand.

Meine erste Schale

Die ca. 25 cm im Druchmesser große Schale hat eine interessante Maserung, die vermutlich durch eine Lagerung des Holzes im Wald hervorgerufen wurde. Das Holz ist "versport", was die tolle Maserung ergibt. Zum Schluss riss noch ein Stück aus, das wir wieder einleiten haben. Hier muss ich dann noch mal Nacharbeiten.

Erst ein rundherum gelungener Nachmittag. Klaus war ein guter Lehrmeister, der mich machen ließ und gelegentlich beratend Eingriff,  wenn er es für notwendig hielt. Es war eine Freude, von ihm zu lernen.

Samstag, 11. Februar 2017

Milch-Zahndose, die Zweite

Vor ca. einem Jahr habe ich ja mit dem Drechseln begonnen. Die ersten Ergebnisse habe ich ja bereits in älteren Posts vorgestellt. So entstanden Stifte, Pilze in unterschiedlicher Größe und aus unterschiedlichem Holz, ein Heft für ein Drechseleisen und auch schon eine kleine Zahndose für die Milchzähne meines Enkels.

Jetzt ist die zweite Dose fertig geworden. Dies ist die Milchzahndose für meine Enkelin. Sie wurde aus altem Buchenholz gedreht. Diese Buchenholz wurde als Vierkantholz aus dem Container beim Ausräumen eines Aachener Lokals vor der Vernichtung in der Müllverbrennungsanlage "gerettet".

Milch-Zahndose - geschossen

Die Dose wurde aus zwei Teilen gefertigt, dadurch entstand ein netter, wenn auch unbeabsichtigter Farbeffekt, da die beiden Holzstücke von unterschiedlichen Vierkanthölzern waren und eine unterschiedliche Färbung und Maserung aufwiesen. Durch das Schleifen und Wachsen mit einem Antikmöbelwachs entstand eine glatte, seidenmatte Oberfläche. Sie beiden Teile wurden so passgenau angefertigt, dass der Deckel nicht lose ist, sondern sehr fest schließt.

Milch-Zahndose - offen
Mal sehen, was aus diesen "geretteten" Hölzern, aus dem auch schon ein Heft für ein Drechseleisen entstand, noch so im Laufe der Zeit entsteht. Wir haben in unserer Werkstatt noch einige Stücke davon.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Fürs Weinflaschen füllen zu kalt - Rebenschitt geht immer

Hatte ich mich in der letzten Woche noch auf die Abfüllung des Wein's der letzten Lese gefreut, so kam es diese Woche anders.

Für die Abfüllung war es zu kalt. Bei Minusgraden bis zu -8 Grad musste andere Arbeit gemacht werden - denn im Weingut ist immer was zu tun.

Diese Woche haben wir  dem Rebschnitt ausgefüllt.

Am Montagmorgen ging es zum Rebschnitt an den Bosenberg

Hans-Peter Müller, der Winzer, hatte die Reben vorbereitet,
die Aufgabe von uns Helfern war es, das alte "Holz" abzuscheiden.

Nach dem Rausziehen wurde das alte Holz mitten zwischen die Reihen gelegt,
dort wird es als natürlicher Dünger geheckselt, also klein geschreddert

Meditative Arbeit bei kalter, klarem Winterwetter,
Sonnenschein bei -8 bis -3 Grad
Hier kam mir mein selbst genähten Shirt und Mütze
aus dickem Fleece zu gute


Die zu füllenden Flaschen müssen warten


Die zu füllenden Flaschen müssen warten

Leider bin ich dann wieder zu Hause. denn ich hatte nur eine Woche eingeplant. Montag beginnt wieder mein Alltag.


Freitag, 20. Januar 2017

Kleiner Werkstatthelfer - Teil 1 - Minihobel

Vor einiger Zeit meldet sich ein ehemaliger Kollege bei mir und bot mir einige alte Hobel aus dem Nachlass seines Vaters an. Gut, wenn man schreinert kann man immer Hobel brauchen, aber für den Normalgebrauch bin ich eigentlich gut ausgestattet. Ich habe so aber trotzdem gerne genommen.

Beim Stöbern im Internet auf diversen Youtube-Kanälen hatte ich vor einiger Zeit gesehen, dass amerikanische Hobbytischler kleine Einhand-Hobel für Arbeiten an Kanten oder an kleinen Werkstücken nutzen. Diese Taschen- oder Minihobel kann man natürlich kaufen. Aber ein Hobbytischler kann so etwas auch selber herstellen.

Ich fand auch Anleitungen, die waren noch nicht mein Ding. Ich konnte mich mit dieser Art noch nicht so richtig anfreunden. Ich wollte ja aber auch Teile der alten Hobel weiterverwenden.

Bei den angebotenen Hobel, die mir der Kollege den auch irgendwann brachte, war unter anderem ein Simshobel. Dieser Hobel mit schmalem Eisen von ca. 3 cm sollte die Grundlage für meinen ersten Minihobel werden.

Da ich mit den gefunden Bauanleitung und meinen Zutaten nicht übereinkam, wurde ein eigener Plan entwickelt. So entstand ein Minihobel, der funktionell ist aber nicht die klassischen Zutaten eines normalen Hobels hat. Die Hobelform und die Funktionalität ist beim Bau erst entstanden.

Mein erster selbst hergestellter Hobel

Für das Widerlager zum Festsetzen des Hobeleisens, bzw. des Spanbrechers wurde ein Stück Stahlstange aus einem alten Tintenstrahldrucker von HP genutzt. In diese Stahlstange wurde ein Loch für ein 6 mm Gewinde gebohrt und das Gewinde geschnitten. Die 6 mm Feststellschraube ist glaube ich von einem Schrank eines schwedischen Möbelhauses. Der Knauf der Feststellschraube wurde aus einem 35 mm Buchenrundstab gedechselt. Die Eisen des Simshobels wurden dann noch mit dem Einhandschleifer gekürzt und geschliffen.

Als Hobelkörper diente den eigentlich ein Teil des alten Simshobel, den ich denn mit zwei Brettchen aus Teak-Holz flankiert werden. Die Holzteile wurden geschliffen und mit Rapsöl eingerieben und poliert.

Einhandhobel ca. 10 cm lang aus einem alten Simshobel
und zwei Teakbrettern

Der Hobel macht Spaß und man kann toll mit ihm arbeiten. Zum Größenvergleich wurde mal ein Kugelschreiber daneben gelegt.

Es hat so einen Spaß gemacht, diesen kleinen Hobel herzustellen, dass da wohl noch andere folgen werden. Vielleicht ist das auch kleines Geschenk bzw. ein etwas anderes "Stehrümchen".

Sollte also jemand den ein oder anderen alten Hobel zuhause rumliegen haben, gebt Euch dran, er ist nicht nur funktionell, sondern sieht auch gut aus.


Dienstag, 17. Januar 2017

Weizensauerteig - erste Erfahrungen

Nachdem ich ja nun seit mehr als einem Jahr begeisterter Hobbybäcker mit Sauerteig bin, hatte ich schon länger den Wunsch auch mal einen Natur-Weizensauerteig anzusetzen um damit Brote wie Ciabatta und Co. herzustellen.

Vor zwei Wochen nun fand ich ein Rezept für den Ansatz eines Natur-Weizensauerteigs im Internet bei www.mamas-rezepte.de.

Da ich alle Zutaten sowieso im Haus hatte, ging es daran dem Ansatz die nötige Zeit zur Entwicklung zu gegen. Dies dauert vier Tage. Auch wenn der Verlauf des Gärprozesses nicht ganz wie im Rezept beschrieben ablief, erhielt ich einen wohlriechenden Weizensauerteigansatz.

Einen kleinen Teil habe ich dann in ein Schraubglas gefüllt damit er für die nächsten Brote im Kühlschrank warten kann. Den restlichen Ansatz habe ich dann für mein erstes Weizensauerteig-Brot genommen um mit den restlichen Zutaten wie Weizenvollkorn- und normalem Weizenmehl zu einem Brotteig verarbeitet.

Nach etwas Ruhezeit und einem Backvorgang, der vielleicht etwas zu lang war, entstand mein erstes Weizensauerteigbrot.

Rudi's erstes Weizensauerteigbrot
Es schmeckte sehr gut, auch wenn es ganz anders war als meine üblichen Roggen-Mischbrote mit Gewürzen. Es ist eine Alternative für zwischendurch. Ich hatte auch den Eindruck, auch wenn ein gewisser Anteil an Weizenvollkornmehl drin war, dass es lange nicht so sättigend ist als die Brote, die ich sonst herstellen.

Mal sehen, wie die nächsten Ausgaben werden. Werde vielleicht an anderer Stelle da wieder berichten.

Jetzt bereite ich auf meinen nächsten WWOOF-Einsatz vor. Werde am Wochenende wieder zur Weinabfüllung zum Brühler-Hof nach Volxheim fahren. Es wird bestimmt wieder eine spannende Woche mit tollen Leuten. Mal sehen, was aus den Trauben geworden ist, die im im Herbst 2016 mit lesen durfte.



Freitag, 23. Dezember 2016

Das Jahresende naht - eine durchaus aktive Zeit

Der Weihnachtsbaum, der nicht nadelt.

In den letzten Wochen habe ich seit der Weinlese diesen Blog etwas dem Auge verloren und mich nicht drum gekümmert. Dies hatte viele Gründe, die ich hier vorschieben könnte, aber einen möchte ich nur erwähnen, ich war schreibfaul und zu sehr mit anderen Dinge beschäftigt.

Es gab viel zu tun. Hatte nicht meine älteste Tochter im Vorjahr mal den Wunsch geäußert, mal einen Weihnachtsbaum zu haben, der dekorativ ist und nicht nadelt. Im Frühjahr fand ich in einem Buch aus der Aachener Stadtbücherei ein solches Exemplar.

Damals habe ich schon eine Zeichnung gemacht und jetzt im Herbst, kurz vor dem ersten Advent wurde dieses Projekt realisiert.



Dachlattenbaum - aufgefechert
Das erste Bild zeigt den "Baum" nach dem ersten Aufbau. Eine Aufstellvariante ist das Auffechern der Latten. Hierbei wurde eine die linke Kante einer Latte mit der Rechten Kante der darüber liegenden Latte übereinander gelegt.

Dachlattenbaum - Latten übereinander
Bei dem oberhalb stehenden Bild ist der "Baum" im Rohbau zu sehen. Hier wurden alle Dachlatten übereinander gelegt.

Wer mehr über den Baum wissen möchte und vielleicht einen Nachbau im nächsten Jahr plant kann sich die Pläne und eine genaue Beschreibung ansehen. Dies ist hier hinterlegt:

Es fehlen hier noch Bilder vom geschmückten Baum. Er diente in der Adventszeit schon als Halter für den gemeinsamen Adventskalender meiner beiden Enkel. Einer hatte den geraden und einer den ungraden Tag. Meine Tochter und mein Schwiegersohn erreichten so ein Abwarten auf den übernächsten Tag. Ich konnte selber an einem verlängerten Wochenende erleben, wie gut das klappt.

Ich bin dann nicht nur stolz auf mein Werk aus Holz sondern auch sehr stolz auf das, was aus unserer Erziehung geworden ist.

Update: Dezember 2020
Als ich vor vier Jahren das Projekt hölzernen Tannenbaum fertig gestellt hatte, habe ich nicht damit gerechnete, dass dieser Tannenbaum jedes Jahr von der Familie meiner Tochter aufgestellt wird. 

Da ich diese Jahr für eine Weihnachtskarte bei meiner Tochter nachfragte, ob sie ein Bild vom aufgestellten Holz-Tannenbaum habe, bekam ich dieses aktuelle Bild zugesandt:

Tannenbaum aus Dachlatten - Bj. 2016

Diese Mal wurde der Bau platzsparend im Durchgang zwischen Flur und Wohnzimmer aufgestellt.