Der erste Anschein, wenn man an das Haus in der Nähe des Stations und des Luisenparks kommt, ist nicht sehr einladen, bzw. vielversprechende, obwohl eine alte Lok vor dem Museum stand. Kommt man aber in das Forier mit Museumsshop, kann man erahnen, das das Haus sehr, sehr groß zu sein scheint. Der Rundweg durch das Museum beginnt im 6. Stockwerk.
Dort angekommen gibt es für einen Handwerker, wie mich, viel zu bestaunen, aber auch die Enkel hatten ihren Spaß. Viele Sachen kann man hier nicht nur anschauen, sondern auch selber testen und seine Erfahrung machen. Das Personal war immer hilfsbereit und hatte immer eine Erklärung, wenn man mal nicht weiter wusste.
Mich zog sofort eine alte Drechselbank mit Fußantrieb in den Bann. Leider ist auf dem Bild nicht zusehen, wie diese Art an Drechselbänken komplett aussehen.
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Fußbetriebene Drechselbank - Bild: Bilderarchiv Technoseum Mannheim |
Ich hatte bereits von diesen Drehbänken gehört und gelesen. Zuletzt im Buch von Robert Penn "Der Mann, der einen Baum fällte und alles über Holz lernte". Hier wurde unter anderem beschrieben, wie Penn in England einen Drechsler aufsuchte, der ihm aus seinem gefällten Eschenbaum Schalen und Alltagsgegenstände herrichtete.
Was ich nicht geglaubt habe, wurde aber wahr. Jetzt hatte ich so eine Drechselbank vor mir stehen und wurde gefragt, ob ich es einmal versuchen wollte, das eingespannte Holz zu bearbeiten.
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Rudi an eine alten fußbetriebenen Drechselbank im Technoseum Mannheim |
Dies lies ich mir nicht zweimal sagen. Mit Meißel und Röhre bin ich dann ans Werk gegangen. Es war schon eine ganz andere Art des Drechseln, wenn man nur ca. 2 Umdrehungen jeweils zur Verfügung hat, bis das Holz wieder rückwärts läuft um dann beim nächsten Tritt wieder in die richtige Richtung zu laufen. Ich denke mit ein wenig Übung und eine guten Fuß/Handkordination ist auch ein gutes Ergebnis zu erzielen, wie ja über Jahrhunderte von den früheren Handwerker bewiesen wurde. Ich bin aber froh, das ich mich bei meiner Drechselbank nur auf die Hände und das Werkstück konzentrieren muss.
Nach einer Viertelstunde habe ich mich dann losgerissen, denn es gab noch so vieles zu entdecken.
In diesem Museum sind wirklich die verschiedensten Epochen süddeutschen Erfindertums und Schaffenskraft abgebildet, ob Fahrrad, Lokomotiven, Automobile, Handwerk usw.
Das Highlight für die Enkel war aber eine Dampf-Lokomotive mit Waggon zu jeder Stunde die Hallen des Museums verlässt und auf ein Freigelände heraus fährt um nach ca. 10 Minuten wieder unter Dampf in die Halle zurückzukehren.
Bei Suppe, Kuchen und einigen Getränken, haben wir dann in der "Arbeiterkneipe" des Museums eine kleine Pause gemacht, bevor ein in den Bereich der Gegenwart und der Zukunft ging.
Hier wurde mittel 3D-Drucker eine Modellauto gefertigt, dessen Teile dann ein Roboter mit Hilfe der Kinder zu einem Ganzen zusammensetzte. Leider konnte man das so mit dem Roboter gefertigte Teil nicht mitnehmen. Es wurde lediglich für die Museumsshop hier produziert.
Wir haben gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen war. Es war eine toller Tag, bei nicht so tollem Novemberwetter in Mannheim.